Scheinselbständigkeit ist durch das Finanzamt tödlich
Ich bin ein 63-jähriger Unternehmer und habe anscheinend den Fehler gemacht, dass ich 30 Jahre lang Handelsvertreter beschäftigt habe und im Laufe meiner Tätigkeit einige Millionen Steuern an den Staat bzw. die Solidargemeinschaft gezahlt habe. In dieser Angelegenheit - der Scheinselbständigkeit wegen - wurde ich zweimal von jeweils ca. 85 Zollbeamten - hoch aufgerüstet mit Waffengewalt - überfallen, festgenommen und das alles, weil ich angeblich den Fehler begangen haben soll, zum Zeitpunkt des ersten Überfalles im Oktober 2001 noch 5-10 Handelsvertreter beschäftigt zu haben. Das scheint in diesem Staat eine fürchterliche Straftat zu sein, so dass ca. 200 Zollbeamte und die Polizei gerufen wurden. In diesen Aktionen wurde alles beschlagnahmt und gepfändet und heute nachdem mehr als 15 Monate vergangen sind, ist immer noch kein Ende abzusehen. Ich hatte 50 Mitarbeiter, inzwischen musste ich jedoch aus Kostengründen mindestens 10 entlassen, wobei auch aufgrund der nervlichen Belastung, der die Mitarbeiter ausgesetzt waren und dem Druck der Umstände einfach nicht mehr gewachsen waren, ein Teil selbst gekündigt hat.
Im Zuge dieser Überfälle wurden alle unsere Unterlagen beschlagnahmt. Wir besaßen weder einen Rechner, noch irgendeine Arbeitsunterlage. Auch unserem Steuerberater wurden sämtliche Unterlagen entzogen. Die Steuererklärung für das Jahr 2000, die kurz vor der Fertigstellung stand, konnte nicht abgegeben werden, woraufhin das Finanzamt kurzerhand eine Schätzung erließ. Gegen dieses Schätzung habe ich Einspruch eingelegt, was allerdings keine aufschiebende Wirkung für die Bezahlung hatte. Somit wurden die Beträge fällig gestellt und nach vier Wochen begann das Finanzamt zu vollstrecken. In alle Immobilien trug das Finanzamt eine Zwangshypothek ein, die Summe, um die es geht, ist also in jedem Fall um ein Vielfaches abgesichert. Es wurden Mietzahlungen gepfändet, alle Konten gepfändet - nur ein Geschäftskonto wurde zum Weiterarbeiten freigegeben - alle Privatkonten sind weiterhin gesperrt, es wurde mein Lohn gepfändet, meine Lebensversicherung zur Altersvorsorge gekündigt und eingezogen und und und..... Nachdem nun alles, was von Wert war, vom Finanzamt eingezogen war, geht man nun hin und versucht, mein Haus zwangsweise zu versteigern. Und das alles nur aufgrund von Schätzungen.
Jegliche Art von Stundung wurden abgelehnt, mit der Begründung, dass dies der Solidargemeinschaft nicht zuzumuten sei.
Als ich in vielen Gesprächen darauf hinwies, dass es dann um 50, bzw. jetzt 40 Arbeitslose mehr ginge, meinte der zuständige Mitarbeiter des Finanzamtes nur, bei über 4 Mio. käme es auf meine 40 auch nicht mehr an.
Wir haben schwerstbehinderte Mitarbeiter, z.B. eine Dame, die völlig blind ist, zwei Mitarbeiter, die 60% bzw. 100 % schwer behindert sind und einen großen Teil Mitarbeiter, die über 55 Jahre alt sind.
All diese Mitarbeiter werden - wenn die Firma geschlossen ist - in der heutigen Zeit keine Arbeit mehr finden. Man mutet also dem Steuerzahler und der Solidargemeinschaft zu, dass wenn es nur um € 2.000,-- pro Monat und Mitarbeiter ginge, der Steuerzahler mit ca. € 80.000,-- pro Monat belastet werden würde.
Und das alles geschieht angeblich im Namen des Volkes und weil ein Unternehmer den Fehler gemacht haben soll, Handelsvertreter zu beschäftigen. In den 27 Jahren, die ich in dieser Stadt mit meiner Firma ansässig bin, fanden mehrere Prüfungen seitens des Finanzamtes, der BfA und der Krankenkassen statt ( die letzte 4 Monate vor dem ersten Überfall, die alle ohne Beanstandungen abliefen ), so dass die meisten Jahre geprüft wurden und obwohl allen - insbesondere dem Finanzamt - von Anfang an bekannt war, dass hier Handelsvertreter tätig sind, gab es letztlich immer positive Endbesprechungen. Alleine aus diesem Gesichtspunkt heraus, konnte ich doch nur davon ausgehen, dass alles seine Richtigkeit hat.
Ich bitte Sie inständig, auch im Namen meiner verbliebenen Mitarbeiter und im Namen vieler Unternehmer, die ähnliches erleiden wie ich, Herr Clement - Sie haben die Macht, haben Sie auch den Mut und die Kraft, das Scheinselbständigkeitsgesetz zu stoppen und ersatzlos zu streichen, um dieses Arbeitsstellenvernichtungsgesetz zu eliminieren.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
ein Opfer der Scheinselbständigkeit
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